Das GK-System

Grundlagen des Gr├╝ne-Karte-Systems

Zielsetzung

Haftungs- und Versicherungsbestimmungen sowie die Regulierungspraxis in den einzelnen europ├Ąischen Staaten weisen erhebliche Unterschiede auf. Eine Harmonisierung ist kaum zu erwarten. Und davon war in der Vergangenheit erst recht nicht auszugehen. Dennoch bestand die Notwendigkeit, den internationalen grenz├╝berschreitenden Verkehr zu erleichtern und zugleich den Verkehrsopferschutz sicherzustellen.

Zwei Ziele standen dabei im Vordergrund:

  • Der grenz├╝berschreitende Stra├čenverkehr innerhalb Europas sollte durch die Entbindung von der Pflicht, an der Grenze den f├╝r das Besuchsland vorgeschriebenen Versicherungsschutz durch Abschluss einer entsprechenden Versicherungspolice zu beschaffen,  vereinfacht  werden.
  • Kein Verkehrsopfer sollte dadurch benachteiligt werden, dass der ihm entstandene Schaden durch ein ausl├Ąndisches Kraftfahrzeug verursacht wurde.

Historie

Auf Anregung der Schweiz nahm der "Ausschuss f├╝r Landverkehr der Europ├Ąischen Wirtschaftskommission" der UNO in Genf sich der zuvor aufgef├╝hrten Zielsetzung an. Deshalb wurde im Mai 1948 ein Unterausschuss f├╝r Stra├čenverkehr gegr├╝ndet. Nach dem Vorbild eines in Skandinavien eingef├╝hrten Systems wurde von diesem Unterausschuss ein einheitliches Versicherungszertifikat (die Internationale Gr├╝ne Versicherungskarte) entwickelt.

Aufgrund dieser Bescheinigung wird der Kraftfahrer mit Grenz├╝bertritt so angesehen, als sei er nach den Bedingungen des besuchten Landes in vorgeschriebenem Umfang versichert.

Auf dieser Basis wurde 1949 die UNO-Empfehlung Nr. 5 vom 25. Januar 1949, die sich an die Regierungen richtete, verabschiedet. In ihr sind die Richtlinien des Gr├╝ne Karte-Systems enthalten.

Inhalt der UNO-Empfehlung Nr. 5 und daraus resultierende Abkommen

In jedem teilnehmenden Land wird von den Kfz-Versicherern eine zentrale Organisation, das sogenannte Bureau, geschaffen, die von der Regierung dieses Landes anerkannt wird und die zust├Ąndig ist f├╝r die Durchf├╝hrung der Aufgaben des Gr├╝ne Karte-Systems.

Jedes nationale Gr├╝ne Karte-Bureau erf├╝llt eine doppelte Funktion. Es gibt internationale Versicherungsbescheinigungen (Farbe gr├╝n - daher die Bezeichnung Gr├╝ne Karte), an seine Mitglieder (Autohaftpflichtversicherer) aus, die mit diesen ihre Kunden (die Kraftfahrer) ausstatten.

Damit verbunden ist die Garantie f├╝r die R├╝ckerstattung der bei einem Auslandsschaden angefallenen Schadenaufwendungen (Funktion des Zahlenden Bureaus).

Das Bureau ist zugleich verpflichtet, den Schadenfall zu bearbeiten, der durch ein mit einer Gr├╝nen Karte versehenes ausl├Ąndisches Kraftfahrzeug in seinem Zust├Ąndigkeitsbereich verursacht wurde (Funktion des Behandelnden Bureaus).

Die Regulierung erfolgt entsprechend den Gesetzen und Verordnungen des Besuchslandes, so dass sichergestellt ist, dass das Verkehrsopfer stets nach seinem gewohnten nationalen Standard Entsch├Ądigung erh├Ąlt.

Die Rechte und Pflichten der B├╝ros sind geregelt in einem internationalen Abkommen, den Internal Regulations, das sich neben der UNO-Empfehlung auf die diesbez├╝glich ergangenen EU-Richtlinien st├╝tzt.

Volumen und Anwendungsbereich

Das Gr├╝ne Karte-System ist ein auf Europa und die Mittelmeeranrainer-Staaten begrenztes System. Gegenw├Ąrtig geh├Âren dem System 46 L├Ąnder an, einschlie├člich vier au├čereurop├Ąischer L├Ąnder.

Council of Bureaux (CoB)

Der CoB ist die Dachorganisation der nationalen Bureaux mit Sitz in Br├╝ssel und zust├Ąndig f├╝r die Verwaltung und das Funktionieren des Gr├╝ne Karte-Systems. Er steht unter der Schirmherrschaft der UNO (Unterausschuss f├╝r Stra├čenverkehr des Binnenverkehrsausschusses der Wirtschaftskommission) in Genf.

Dem CoB geh├Âren alle Bureaux derjenigen L├Ąnder an, die am Gr├╝nen Karte-System teilnehmen.